Porträt - Eine ökumenische Gemeinde

Eigentlich müsste die Überschrift heißen „Unter Dächern“- denn wie die Luftaufnahme zeigt - ist die Arche– unsere Kirche– eine Dächerlandschaft – vom Architekten 1980 als „Stadt in der Stadt“ konzipiert. Damit sollte dem ökumenischen Gedanken „Vielfalt in Einheit“ entsprochen und Ausdruck verliehen werden. Inzwischen ist die Gemeinde schon über 35 Jahre alt, das Gebäude als Zentrum und Kirche 28 .Der Patron der einen Hälfte der Gemeinde ist der heilige Franziskus, die andere beschirmt der heilige Stephanus, und die ganze Gemeinde nennt sich Arche.
Das vor 36 Jahren in Neckargemünd bei Heidelberg gegründete ökumenische Kirchenzentrum hat zwar sicher manche Nachahmer gefunden, aber in seiner ökumenischen Konsequenz ist es bisher einzigartig geblieben.
Getauft wird in den ökumenischen Gottesdiensten an jedem ersten Sonntag im Monat; weniger als zwei-hundert Menschen sind es selten, die sich bei der Agapefeier die Brotkörbe weiterreichen. Die Kinder gehen beim Lied vor der Predigt in den sonntäglichen gemeinsamen Kindergottesdienst, und vermutlich könnten die wenigsten von ihnen die Frage beantworten, ob sie evangelisch oder katholisch sind. Das wissen auch manche Gemeindeglieder nicht voneinander.
Auch in der Arche gibt es noch evangelische Gottesdienste und katholische Messen. Drei Mal im Monat wird Wand an Wand getrennt gebetet und gesungen, aus dem gemeinsamen Arche-Liederbuch, das viele Lieder aus der weltweiten Ökumene und Hymnen aus Taizé enthält.
Nach den getrennten Gottesdiensten öffnen sich die Türen zum sonntäglichen Kirchenkaffe im einladenden Foyer und dort wird ausgetauscht, es finden neue Begegnungen statt und ganz „nebenbei“ wuchs und wächst Ökumene auf diese Weise!
Beide Teilgemeinden haben ihre eigenen hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter:Evangelischer Pfarrer, katholischer Pastoralreferent, Gemeindereferentin und zu einem „achtel“ den katholischen Priester der Seelsorgeeinheit. Und einen von der jeweiligen Gemeinde gewählten Ältestenkreis/Pfarrgemeinderat, das schreibt das Kirchenrecht vor. Gemeinsam beginnen sie als "ÖKU-Rat" ihre Sitzungen, tagen auch in regelmäßigen Abständen zusammen und gehen einmal jährlich in eine Wochenend-Klausur.
Pfarrbüro, Hausmeister, und natürlich das Arche-Kirchenzentrum sind gemeinsam. Und wer den Gemeindebrief studiert, für den gibt es keinen Zweifel:
Die ARCHE ist eine Gemeinde!
So ist die Arche keine „Zweckökumene“, die der Zeitgeist bei uns fordern mag nach dem Motto: „was der eine nicht schafft macht der andere“ , „wenn‘s eng wird müssen wir halt doch in einem Haus unterkommen“ oder, „wenn die finanziellen Mittel enger werden, müssen wir halt zusammenrücken“ – sondern eine Ökumene des Evangeliums, die weiß, dass ein glaubwürdiges Zeugnis unserer Zeit mehr braucht als Zweckbündnisse, denen das Leben fehlt .
